Gravel? Nein danke! Wer auf den Kanarischen Inseln unterwegs ist, sollte den Schotter im Tal lassen und sich dem echten Asphaltgenuss widmen – mit Kurven, Kanten und Koffein. Hier kommen die besten Roadbike-Touren zwischen Vulkangestein und Atlantikblick, die jedem Gravel-Hype die Luft rauslassen.
- Asphalt-Highlights für Rennradfahrer auf Gran Canaria, Teneriffa & Co.
- Perfekte Bedingungen: Klima, Straßenqualität und wenig Verkehr
- Die legendärsten Anstiege der Kanaren – von Pico del Teide bis Valley of the Tears
- Tipps zu Verpflegung, Sicherheit und Pannenhilfe auf den Inseln
- Optimale Reisezeiten für Roadies – und wann man besser zu Hause bleibt
- Vergleich: Roadbike-Vorteile versus Gravel auf den Kanaren
- Empfohlene Etappen, Distanzen und Höhenmeter für jedes Level
- Warum purer Asphalt auf den Kanaren immer noch die Königsklasse ist
Kanarische Asphaltträume: Warum Roadbike hier regiert
Die Kanarischen Inseln haben einen Ruf wie Donnerhall in der Radsportszene – und das liegt nicht an staubigen Schotterwegen oder verwegenen Gravel-Abenteuern, sondern am Asphalt, der sich in perfektem Zustand über Vulkankegel und durch Lorbeerwälder schlängelt. Wer hier mit dem Rennrad unterwegs ist, erlebt ein Paradies aus Kurvenrausch, Steigungsprozenten und endlosen Abfahrten, das seinesgleichen sucht. Schon beim ersten Tritt aufs Pedal merkt man, wie der Belag unter den 25-Millimeter-Reifen surrt und wie wenig der Autoverkehr auf den Nebenstraßen stört. Genau das macht die Magie der Kanaren aus: Kilometer für Kilometer feinster Teer, der ambitionierte Roadies aufblühen lässt.
Das Klima ist ein weiterer Joker, den die Kanaren zücken – während Mitteleuropa noch im Winterdämmer versinkt, herrschen hier milde Temperaturen und beständige Bedingungen. Selbst in den Sommermonaten bleibt es in den höheren Lagen angenehm, was ausgedehnte Touren ohne Klimaschock möglich macht. Die Straßenqualität ist oft besser als in vielen Teilen des europäischen Festlands, und die Kanaren-Regierung investiert regelmäßig in die Instandhaltung. Wer also mit dem Gedanken spielt, auf den Kanaren zu graveln, sollte sich lieber einen klassischen Roadie schnappen und das echte Rennrad-Feeling genießen.
Das Gravelbike mag im Trend liegen, aber auf den Kanaren ist es schlicht unnötig – hier zählt Präzision, Geschwindigkeit und das Gefühl, dem Asphalt die eigene Linie aufzuzwingen. Die Dichte an legendären Anstiegen, wie sie sonst nur auf Mallorca oder in den Alpen zu finden sind, macht die Kanaren zur ultimativen Spielwiese für alle, die sich und ihre Beine testen wollen. Gravel? Ehrlich, das ist hier maximal Beilage, niemals Hauptgericht.
Legendäre Strecken: Die besten Roadbike-Touren der Kanaren
Wer nach epischen Rennradtouren sucht, wird auf den Kanaren schneller fündig als der durchschnittliche Tourist eine Sonnenliege am Pool. Allen voran lockt Teneriffa mit dem Pico del Teide – dem höchsten Berg Spaniens und einem der längsten Anstiege Europas. Hier wartet ein Anstieg von Meereshöhe auf über 2.300 Meter, verteilt auf bis zu 50 Kilometer mit grandiosen Ausblicken auf Lavafelder und das Wolkenmeer. Die Strecke ist ein echtes Statement für alle, die Höhenmeter lieben und ihre Ausdauer auf die Probe stellen wollen. Der Teide ist nicht nur ein Trainingsklassiker für Profis, sondern auch ein Traumziel für ambitionierte Amateure.
Gran Canaria bietet mit dem Valley of the Tears – offiziell “Valle de las Lágrimas” – die vielleicht härteste Herausforderung der Inselgruppe. Auf etwa 20 Kilometern sammelt man über 1.200 Höhenmeter, mit Rampen, die regelmäßig jenseits der 20 Prozent liegen. Das ist nichts für schwache Nerven oder untrainierte Waden, sondern ein Ritt auf Messers Schneide. Die Belohnung: Eine Abfahrt, die Adrenalin und Glückshormone in rauen Mengen liefert und das Gefühl, ganz oben angekommen zu sein – im wahrsten Sinne des Wortes.
Aber auch die anderen Inseln haben für Roadies ordentlich was im Petto. Lanzarote lockt mit endlosen Küstenstraßen, die sich durch schwarze Lavafelder schlängeln, während La Palma mit knackigen, aber einsamen Anstiegen punktet. Selbst La Gomera überrascht mit serpentinenreichen Straßen, die sich durch uralte Wälder winden. Wer sich auf die Suche nach dem perfekten Asphaltabenteuer macht, wird auf jeder Kanareninsel fündig – vorausgesetzt, man lässt das Gravelbike einfach mal im Keller stehen.
Praktische Tipps: So wird der Kanaren-Roadtrip zum Erfolg
Damit der Roadbike-Trip auf den Kanaren nicht zum Fiasko wird, gilt es ein paar Dinge zu beachten – denn selbst das beste Asphaltparadies hat seine Tücken. Zunächst einmal: Die Versorgungslage auf den langen Bergetappen ist nicht immer optimal. Tankstellen und Supermärkte sind selten, Cafés noch seltener, vor allem in den Höhenlagen. Wer clever ist, packt ausreichend Wasser, Gels und Riegel ein und plant seinen Koffein-Stop mit militärischer Präzision. Es empfiehlt sich, die Tagesetappen nicht zu unterschätzen – die Höhenmeter können sich schneller summieren, als einem lieb ist.
Ein weiteres Thema ist die Sicherheit. Auch wenn der Verkehr auf den Nebenstraßen überschaubar bleibt, sollte man sich nicht darauf verlassen, dass Autofahrer immer Rücksicht nehmen. Warnwesten und Rücklichter sind Pflicht, besonders bei wechselhaftem Wetter oder frühen Morgenstunden. Pannenhilfe ist auf den Kanaren nicht flächendeckend verfügbar, daher sollte das Werkzeug- und Ersatzteillager für den Notfall stimmen: Ersatzschlauch, Pumpe, Multitool und ein paar Euro in bar gehören in jede Trikottasche.
Das richtige Timing ist entscheidend. Die beste Reisezeit für Roadies liegt zwischen Oktober und April – dann ist es angenehm mild, die Straßen sind leerer und der Wind hält sich in Grenzen. Im Hochsommer kann es, vor allem auf Teneriffa und Gran Canaria, in den Tälern brutal heiß werden. Wer jetzt fährt, muss noch mehr auf Flüssigkeitszufuhr und Sonnenschutz achten. Kurz: Vorbereitung ist alles, Improvisation nur im Notfall.
Roadbike vs. Gravel: Ein ehrlicher Vergleich auf den Kanaren
Man kann es drehen und wenden, wie man will: Die Kanaren sind ein Roadbike-Mekka – und das aus gutem Grund. Die Straßen sind glatt, die Anstiege episch, und das Panorama haut einem regelmäßig die Kinnlade runter. Klar, es gibt auch ein paar Schotterpisten und Waldwege, aber die sind meist kurz, steil und nicht wirklich einladend für ausgedehnte Gravel-Touren. Wer wirklich Kilometer machen und Höhenmeter sammeln will, ist mit dem Rennrad einfach besser bedient. Die Effizienz, die Geschwindigkeit und das direkte Fahrgefühl sind auf den Kanaren unschlagbar.
Gravelbikes haben ihre Berechtigung – aber eben nicht überall. Auf den Kanaren fehlt meist die Infrastruktur für entspannte Schottertouren, und die wenigen Offroad-Wege sind oft so ruppig, dass sie eher Mountainbikern gefallen. Wer das Abenteuer sucht, findet es auf dem Asphalt: steile Rampen, schnelle Abfahrten und Straßen, die sich wie endlose Bänder durch die Vulkanlandschaft ziehen. Da kann kein Kiesweg mithalten, und die berühmten “Gravel-Vibes” verpuffen im Angesicht der großen Kanaren-Klassiker.
Für Einsteiger ist das Rennrad auf den Kanaren ohnehin die bessere Wahl: Weniger Pannen, besser planbare Routen und die Möglichkeit, sich an jeder Ecke einem internationalen Peloton anzuschließen. Wer dann doch mal Schotter schnuppern will, kann das immer noch tun – aber der eigentliche Reiz der Inseln liegt ganz klar auf dem Asphalt. Wer es nicht glaubt, sollte einfach mal eine Woche lang beide Bikes testen und den Unterschied selbst erfahren. Spoiler: Der Asphalt gewinnt – mit Abstand.
Fazit: Kanaren – Asphalt rules!
Die Kanarischen Inseln sind und bleiben ein Paradies für Roadbiker, die echtes Fahrgefühl, legendäre Anstiege und perfekte Straßen wollen. Der Gravel-Trend mag in Mitteleuropa für frischen Wind sorgen, aber hier draußen im Atlantik regiert der Asphalt. Egal, ob Trainingslager, Saisonauftakt oder epische Urlaubstour – die Kanaren liefern alles, was das Roadie-Herz begehrt. Wer Schotter und Staub sucht, ist hier fehl am Platz. Wer dagegen Kilometer, Höhenmeter und Serpentinen liebt, findet auf Gran Canaria, Teneriffa & Co. sein neues Zuhause auf Zeit.
Die Kombination aus Klima, Straßenqualität, landschaftlicher Vielfalt und sportlicher Herausforderung macht die Inseln einzigartig. Vom Anfänger bis zum Profi kommt jeder auf seine Kosten – vorausgesetzt, er bringt das richtige Bike mit. Die Kanaren sind kein Ort für halbgare Kompromisse, sondern die Bühne für echte Rennrad-Action. Also: Reifen aufpumpen, Kette ölen, Sonnencreme einpacken und ab auf den Asphalt!
Wer jetzt immer noch ans Gravelbike denkt, hat den Schuss nicht gehört. Die Kanaren gehören dem Roadbike – und das ist auch gut so.
Pro:
- Perfekte Straßenverhältnisse und wenig Verkehr in den Bergen
- Legendäre Anstiege und abwechslungsreiche Etappen für jedes Leistungsniveau
- Ganzjährig optimales Klima für ausgedehnte Roadbike-Touren
- Wenig Pannen und hohe Effizienz auf Asphalt
- Top-Infrastruktur für Rennradfahrer: Werkstätten, Cafés, Leihbikes
- Schnelle, sichere Abfahrten mit atemberaubenden Ausblicken
Contra:
- Wenige Offroad-Optionen für Gravel-Enthusiasten
- Versorgungslücken auf langen Bergetappen möglich
- Im Sommer teils extreme Hitze und starker Wind