mann-und-frau-auf-fahrradern-auf-der-autobahn-CsAHZVYzpZo

Von Küste bis Hochplateau: Diese Kanarische Inseln-Routen musst du einmal gefahren sein

Kurz gesagt: Wer die Kanarischen Inseln für schnöde Pauschaltouristen hält, hat keine Ahnung vom echten Radabenteuer. Zwischen brutalen Serpentinen, windigen Küstenstraßen und Lavawüsten bieten Teneriffa, Gran Canaria & Co. die vielleicht wildesten und abwechslungsreichsten Roadbike-Routen Europas. Hier werden Beine gebraten, Träume gemacht – und Egos zerschmettert. Unsere Auswahl: Die Kanaren-Routen, die du als echter Roadie unbedingt gefahren sein musst.

  • Die Kanaren bieten radtechnisch ein ganzjähriges Paradies für jeden Leistungslevel
  • Legendäre Anstiege wie Teide, Pico de las Nieves & Mirador de La Peña warten
  • Von Küstenklassikern bis Hochplateau – Abwechslung pur auf engstem Raum
  • Ständiger Wind, Wetterwechsel und Vulkangestein erfordern echte Skills
  • Perfekte Bedingungen für Trainingslager, Solo-Abenteuer oder Gruppenfahrten
  • Herausfordernde Höhenmeter, giftige Rampen und flowige Downhills
  • Top-Infrastruktur: Radfreundliche Unterkünfte, Werkstätten, Transfers
  • Einsteiger, Ambitionierte und Profis finden ihre Traumroute
  • Nicht nur landschaftlich, sondern auch mental eine Challenge

Teneriffa: Vom Atlantik zum Teide – Asphaltgewordene Eskalation

Teneriffa genießt einen nahezu mythischen Ruf unter Roadbikern. Kein Wunder, schließlich thront hier mit dem Pico del Teide Spaniens höchster Gipfel. Der Klassiker: Die Auffahrt von Los Cristianos oder El Médano bis zum Teide-Nationalpark, gerne kombiniert mit dem legendären Anstieg ab La Orotava. Wer hier hochfährt, sollte nicht nur Beine aus Stahl, sondern auch Lunge und Kopf aus Titan haben – der Anstieg zieht sich gnadenlos über mehr als 45 Kilometer und fast 2.400 Höhenmeter. Dabei wechselt die Landschaft von tropischer Küste über Pinienwälder bis zu bizarren Lavafeldern. Immer im Blick: Der majestätische Krater, der spätestens auf 2.000 Metern jede Ausrede pulverisiert.

Doch Teneriffa hat mehr als nur den Teide zu bieten. Die Nordküste rund um Garachico und Icod lockt mit spektakulären Panoramastraßen, die sich an Steilhängen entlangschlängeln. Hier warten kurze, brutale Rampen und enge Kurven, in denen selbst erfahrene Abfahrer ins Schwitzen geraten. Wer es liebt, sich mit Wind, Wetter und wechselndem Asphalt anzulegen, kommt hier ebenso auf seine Kosten wie Flow-Liebhaber, die eine nahezu filmreife Abfahrt bis zur Brandung suchen. Nicht selten rollen hier WorldTour-Profis im Training vorbei – und zeigen, wie ernst es die Insel mit dem Radsport meint.

Ein besonderes Schmankerl bietet der Südwesten: Zwischen Santiago del Teide und Masca liegt eine der spektakulärsten Serpentinenstraßen Europas. Die Straße windet sich in abenteuerlichen Kehren in die Tiefe und fordert Fahrtechnik und Mut. Die Abfahrt nach Masca ist nichts für schwache Nerven, zumal der Gegenanstieg zurück gnadenlos ist. Wer hier unterwegs ist, erlebt die Essenz von Teneriffa: rau, ehrlich, fordernd – und verdammt schön.

Gran Canaria: Die Insel der 1.000 Höhenmeter – und noch mehr Kurven

Gran Canaria wird von vielen unterschätzt, dabei ist die Insel das perfekte Spielfeld für Höhenmetersammler und Kurvenjunkies. Die Straßen sind oft in erstaunlich gutem Zustand, und das Streckennetz ist wie gemacht für epische Rundtouren. Der absolute Pflichtanstieg für ambitionierte Roadies: Der Weg zum Pico de las Nieves. Je nach Startpunkt winken hier 1.900 bis 2.000 Höhenmeter am Stück – beispielsweise von Maspalomas über Ayacata oder von Ingenio über die legendären Serpentinen von La Pasadilla. Die Landschaft wechselt dabei von trockenen Schluchten über duftende Kiefernwälder bis zu windumtosten Hochplateaus. Oben wartet eine Aussicht, die alle Mühen vergessen lässt – oder dich direkt zum nächsten Anstieg motiviert.

Wer Kurven liebt, wird auf Gran Canaria glücklich. Besonders der Westen bietet mit der GC-200 eine der spektakulärsten Küstenstraßen Europas. Die Strecke zwischen Agaete und La Aldea de San Nicolás ist ein Fest für die Sinne: Felswände, tosende Brandung, endlose Kehren. Allerdings ist die alte GC-200 teils durch Tunnel ersetzt, doch der klassische Abschnitt bleibt Pflichtprogramm für Abenteurer. Hier wird Roadcycling zur mentalen Grenzerfahrung, denn der ständige Wechsel von Anstieg, Abfahrt und Seitenwind fordert alles – und macht süchtig.

Nicht zu vergessen: Die unzähligen kleinen Nebenstraßen, die sich wie Spaghetti durch das Inselinnere ziehen. Wer abseits der Hauptstrecken unterwegs ist, entdeckt unbekannte Dörfer, einsame Täler und den einen oder anderen Barstop mit echtem kanarischem Kaffee. Gran Canaria mag auf der Landkarte klein wirken, doch auf dem Rad wird sie zur XXL-Spielwiese für alle, die nicht genug vom Bergauf und Bergab bekommen.

La Gomera & El Hierro: Geheimtipps für Entdecker und Höhenmeter-Gourmets

Wer eine Kanaren-Erfahrung sucht, die weder Instagram-Filter noch Massentourismus kennt, sollte La Gomera oder El Hierro ins Visier nehmen. La Gomera ist der Inbegriff der wilden, ungezähmten Vulkaninsel. Die Straßen sind schmal, der Asphalt oft rau, aber die Natur ist überwältigend. Der Klassiker: Die Runde von San Sebastián auf die Hochebene des Garajonay-Nationalparks, vorbei an Lorbeerwäldern und steilen Abgründen. Die Höhenmeter summieren sich schneller als die Kilometer auf dem Tacho – hier werden Beine und Bremsen gleichermaßen auf die Probe gestellt. Die Abfahrten sind spektakulär, die Kurven schwindelerregend, und die Einsamkeit fast schon meditativ.

El Hierro ist noch eine Spur abgefahrener: Kaum Verkehr, noch weniger Touristen, aber Straßen, die in Sachen Steilheit und Ausblick locker mit den Alpen mithalten. Die Auffahrt zum Mirador de la Peña ist ein Muss – der Blick von oben über die Steilküste hinweg auf den Atlantik ist schlicht legendär. Die Insel ist klein, aber die Höhenmeter knallen rein: Eine Tagestour kann locker 2.500 Höhenmeter bringen, mit Rampen, die in den Oberschenkeln brennen wie Lavaströme. Wer hier unterwegs ist, spürt die rohe Kraft der Natur – und merkt schnell, dass auf den Kanaren nicht die Kilometer, sondern die Höhenmeter zählen.

Beide Inseln sind nichts für Komfortsucher, sondern für Puristen. Wer auf der Suche nach Flow, Einsamkeit und echter Herausforderung ist, wird hier glücklich. Die Straßen gehören dir, der Wind pfeift um die Ohren und das Gefühl, am Ende des Tages als einer der wenigen Radfahrer auf dem Hochplateau zu stehen, ist unbezahlbar. La Gomera und El Hierro sind der Gegenentwurf zum Massensport – sie sind pure Radleidenschaft.

Praktische Tipps: Planung, Wetter, Verpflegung und Dos & Don’ts

Die Kanaren klingen nach Trauminsel, sind aber auch eine sportliche Herausforderung, die Vorbereitung verlangt. Das Wetter ist tückisch: Während an der Küste Shorts und Trikot reichen, herrschen auf dem Teide oder im Inneren von Gran Canaria schnell einstellige Temperaturen. Wind ist allgegenwärtig und kann aus einer lockeren Ausfahrt eine epische Schlacht machen. Pack also immer eine Windweste, Armlinge und Regenjacke ein – und unterschätze nie die Sonne, die trotz Wolken ordentlich brennt.

Streckenauswahl ist alles: Plane deine Routen mit Tools wie Komoot oder Strava, aber rechne immer Puffer für Pausen, Wind und unvorhergesehenen Hungerast ein. Die lokalen Autofahrer sind in der Regel rücksichtsvoll, aber auf schmalen Serpentinen heißt es: Konzentration! Verpflegungsstopps solltest du frühzeitig einplanen, denn im Inselinneren gibt’s nicht an jeder Ecke einen Supermarkt. Wasser und Snacks gehören immer ins Trikot, besonders auf langen Anstiegen oder einsamen Hochplateaus.

Für Technik-Fans: Ein GPS-Radcomputer wie der Garmin Edge 530 ist Gold wert. Dank präziser Navigation, Höhenprofilen und umfangreicher Trainingsdaten weißt du immer, was dich erwartet – und kannst notfalls auch mal improvisieren. Nicht vergessen: Ersatzschlauch, Pumpe und Multitool. Die Straßen sind meist gut, aber Vulkanstein und Dornen warten überall. Wer vorbereitet ist, fährt entspannter – und kann die Kanaren in vollen Zügen genießen.

Fazit: Die Kanaren – Roadbike-Paradies mit Charakter

Die Kanarischen Inseln sind nicht nur ein Winterfluchtort, sondern ein echtes Roadbike-Eldorado für alle, die mehr suchen als nur Sonne und Meer. Sie bieten brutale Anstiege, endlose Küstenstraßen, spektakuläre Panoramen und echtes Abenteuer. Ob Ausdauerjunkie oder Genussfahrer, Solo-Abenteurer oder Gruppenheld – auf den Kanaren findet jeder seinen persönlichen Endgegner. Die Mischung aus anspruchsvoller Topografie, mildem Klima und grandioser Infrastruktur macht die Inseln zur ungeschlagenen Trainings- und Urlaubsdestination für Roadies.

Doch die Kanaren sind fordernd: Wetter, Wind und Höhenmeter nehmen kein Blatt vor den Mund. Wer hier Rad fährt, muss leidensfähig sein – wird dafür aber mit unvergesslichen Erlebnissen, neuen Bestzeiten und vielleicht sogar ein bisschen Demut belohnt. Die Kanaren sind nichts für Schönwetterfahrer, sondern für echte Charakterköpfe, die wissen, dass sich die besten Erinnerungen jenseits der Komfortzone verstecken. Also, pack die Koffer, pump die Reifen auf und ab auf die Insel – die nächste epische Ausfahrt wartet schon.

Pro:

  • Ganzjährig perfektes Radwetter und abwechslungsreiche Landschaften
  • Legendäre Anstiege mit epischen Höhenmetern
  • Top-Infrastruktur für Radfahrer: Unterkünfte, Werkstätten, Transfers
  • Routenvielfalt von Küstenklassikern bis Hochplateaus
  • Ideal für Trainingslager, Solo-Abenteuer und Gruppenreisen
  • Relativ verkehrsarme Straßen und radfreundliche Atmosphäre
  • Unvergessliche Naturerlebnisse und spektakuläre Ausblicke

Contra:

  • Ständiger Wind und schnelle Wetterwechsel können herausfordernd sein
  • Höhenmeter und Rampen sind nichts für Anfänger oder Flachland-Fans
  • Im Inselinneren teils wenig Verpflegungsmöglichkeiten
  • Manche Strecken erfordern hohe Fahrtechnik und Konzentration
Total
0
Shares
Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Related Posts