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Rennrad-Abenteuer in Kanarische Inseln: Diese Anstiege bleiben im Kopf – und in den Beinen

Die Kanarischen Inseln sind das Mekka für Rennradfahrer, die sich nach epischen Anstiegen, rauem Wind und einer Prise Vulkanstaub sehnen. Wer hier fährt, bekommt nicht nur Ausblicke fürs Leben, sondern auch Steigungen, die sich tief in die Beine und ins Gedächtnis brennen. Die Kanaren sind kein Spielplatz – sie sind eine Bühne für echte Roadies, die das Abenteuer suchen!

  • Legendäre Anstiege wie der Pico de las Nieves oder der Teide – echte Prüfsteine für jedes Leistungslevel
  • Ganzjährig perfektes Klima: Sonne satt, milder Winter, kaum Regen
  • Vielseitige Landschaften: von kargen Vulkanhängen bis hin zu grünen Bergwäldern
  • Extrem abwechslungsreiche Straßenprofile, große Höhenunterschiede und technische Abfahrten
  • Perfekte Infrastruktur für Rennradfahrer – von Radverleih bis Café-Stop
  • Wenig Verkehr abseits der Touristenzentren, dafür aber windige Herausforderungen
  • Tipps zu den besten Anstiegen, cleverer Streckenplanung und Verpflegung unterwegs
  • Empfehlungen für Anfänger, ambitionierte Amateure und echte Höhenmeter-Junkies

Pico de las Nieves & Teide: Die Könige der Kanaren

Wer auf den Kanaren Rennrad fährt, kommt an zwei Namen nicht vorbei: Pico de las Nieves auf Gran Canaria und Teide auf Teneriffa. Beide Anstiege sind legendär, brutal und wunderschön zugleich – sie definieren das, was den Mythos Kanaren ausmacht. Der Pico de las Nieves ist mit seinen knapp 1.950 Metern der höchste asphaltierte Punkt auf Gran Canaria und verlangt Fahrern alles ab. Die Auffahrt von Ingenio aus ist ein epischer Ritt: 44 Kilometer Länge, durchschnittlich 6,2 Prozent Steigung, aber Abschnitte mit bis zu 15 Prozent. Hier gibt es keine Gnade – jedes Watt zählt, jeder Rhythmuswechsel wird bestraft.

Auf Teneriffa thront der Teide über allem. Der Vulkan ist mit über 3.700 Metern Spaniens höchster Berg, bis auf rund 2.200 Meter führt eine perfekt asphaltierte Straße. Die berühmteste Auffahrt startet in Los Cristianos auf Meeresniveau und zieht sich fast 50 Kilometer lang – ein Monster mit rund 2.000 Höhenmetern am Stück. Wer sich hier hochquält, erlebt nicht nur ein physisches, sondern auch ein mentales Abenteuer. Die Landschaft wechselt von Bananenplantagen zu bizarren Lavafeldern, und der Sauerstoff wird spürbar dünner.

Beide Anstiege sind nicht nur sportliche Herausforderungen, sondern auch eine Reise durch unterschiedliche Klimazonen und Vegetationsformen. Das macht sie so einzigartig: Man startet im Trubel der Küste, taucht ein in die Stille der Pinienwälder und endet am Ende der Welt, wo nur noch Wind, Lava und der eigene Puls zählen. Wer hier oben steht, versteht, warum Profi-Teams jedes Jahr auf die Kanaren pilgern – und warum diese Berge unvergesslich bleiben.

Unterschätzte Anstiege: Die heimlichen Stars abseits des Rampenlichts

Die großen Namen sind die Headliner, aber die wahren Geschichten schreiben oft die weniger bekannten Rampen. Gran Canaria und Teneriffa sind voll von Anstiegen, die in keinem Instagram-Feed auftauchen, dafür aber echtes Abenteuer bieten. Der Anstieg nach Artenara beispielsweise ist so abwechslungsreich wie ein Mixtape aus den 80ern: Serpentinen ohne Ende, steile Rampen, dann wieder entspannte Passagen durch kleine Bergdörfer. Hier kann man sich verlieren – im besten Sinne. Kaum Verkehr, immer wieder neue Aussichten und das Gefühl, auf Entdeckungstour zu sein.

Auf La Palma sorgt der Anstieg nach Roque de los Muchachos für Gänsehaut. Fast 2.400 Höhenmeter am Stück, vorbei an steilen Klippen, durch Kiefernwälder, Nebelschwaden und schließlich über die Baumgrenze hinaus. Die Straße ist schmal, rau und technisch fordernd – hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Die Belohnung ist ein Blick über das Wolkenmeer, wie man ihn sonst nur aus Flugzeugen kennt. Wer es noch abgefahrener mag, nimmt die Nordroute: schmal, wild, mit unzähligen Kurven und Rampen, die im Kopf bleiben.

Auch Lanzarote hat seine ganz eigenen Reize. Die Auffahrt nach Femés ist kurz, aber knackig – und gebaut für alle, die es richtig steil mögen. Hier trennen sich die echten Bergziegen von den Flachland-Surfern. Die Kanaren sind eben nicht nur eine Frage von Höhenmetern, sondern auch von Charakter: Jeder Anstieg hat seine eigene DNA, und nur wer sich darauf einlässt, wird die Inseln wirklich verstehen.

Wind, Wetter, Verpflegung: Was den Kanaren-Trip wirklich ausmacht

Wer auf den Kanaren fährt, muss nicht nur die Berge, sondern auch das Wetter bezwingen. Das Klima ist zwar fast immer freundlich – aber der Wind kann brutal sein. Besonders auf Lanzarote und Fuerteventura bläst der Passat oft so stark, dass Abfahrten zum Tanz auf Messers Schneide werden. Seitenwind, Böen und plötzliche Winddreher sind Alltag. Wer hier sicher unterwegs sein will, braucht nicht nur starke Beine, sondern auch Nerven aus Stahl und einen sauberen Fahrstil. Ein Tipp von Profis: Immer in Gruppen fahren, locker bleiben und auf plötzliche Windschatten achten.

Die Temperaturen sind ein Traum für Winterflüchtlinge: Im Januar sind 18 bis 22 Grad an der Küste Standard, in den Bergen kann es aber schnell einstellig und sogar frostig werden. Eine dünne Windjacke, Armlinge und Weste gehören deshalb immer ins Trikot – die Abfahrten sind lang und können richtig kalt werden. Die Sonne knallt oft ohne Gnade, also Sonnencreme nicht vergessen. Wer sich überschätzt, zahlt spätestens nach 2.000 Höhenmetern den Preis – die Kanaren sind gnadenlos ehrlich zu jedem Fahrer.

Auch die Verpflegung unterwegs ist ein eigenes Kapitel. Während es an der Küste Cafés und Supermärkte an jeder Ecke gibt, wird es in den Bergen schnell dünn. Wer auf Nummer sicher gehen will, packt Riegel, Gels und mindestens zwei große Flaschen ein. Die Wasserqualität ist überall gut, aber nicht jeder Brunnen ist trinkbar. Die Einheimischen sind meist freundlich und helfen gern mit Nachschub aus. Wer die Kanaren wirklich genießen will, plant seine Stopps clever und überrascht sich selbst mit einer Tarta de Santiago im Bergdorf – mehr Belohnung geht nicht.

Tipps für Einsteiger, Amateure & Höhenmeter-Junkies

Die Kanaren sind für jedes Level ein Erlebnis, aber wer das Abenteuer sucht, sollte sich gut vorbereiten. Für Einsteiger empfiehlt sich eine Basis an Grundlagenausdauer – die Straßen sind selten flach, und selbst kleine Touren summieren schnell 1.000 Höhenmeter. Ein Mietrad zu nehmen ist kein Makel, sondern oft die beste Option: Die lokalen Verleiher bieten Top-Material, vom Aero-Boliden bis zum komfortablen Endurance-Renner. Wer sein eigenes Rad mitbringt, sollte auf Übersetzungen achten – eine Kompaktkurbel und großzügige Kassetten sind Gold wert.

Ambitionierte Amateure finden auf den Kanaren ihr Trainingsparadies. Lange Anstiege, technisch anspruchsvolle Abfahrten und das Klima schaffen perfekte Bedingungen für Grundlagen- und Intervalltraining. Die Straßen sind meist gut asphaltiert, aber es gibt auch Abschnitte mit Schlaglöchern und losem Belag – ein geschultes Auge und ein bisschen Risikobereitschaft gehören dazu. Wer sich im Frühjahr vorbereitet, kann im Sommer in Topform starten – viele Profis machen es vor.

Für echte Höhenmeter-Junkies sind die Kanaren das Paradies: Mehr als 3.000 Höhenmeter pro Tag sind locker drin, wenn man es darauf anlegt. Aber Vorsicht: Die Berge sind lang, die Sonne gnadenlos, und die mentale Belastung darf nicht unterschätzt werden. Wer ans Limit gehen will, braucht Disziplin in der Verpflegung, eine klare Routenplanung und sollte die eigenen Grenzen kennen. Die Kanaren sind kein Wellnessurlaub – hier wird gearbeitet, gelitten und am Ende richtig gefeiert.

Fazit: Die Kanaren – Roadbike-Himmel mit Charakter

Die Kanarischen Inseln sind ein Paradies für Rennradfahrer, die mehr wollen als nur Sonne und flache Straßen. Sie bieten epische Anstiege, spektakuläre Landschaften und ein Klima, das zum Ganzjahrestraining einlädt. Doch sie sind auch ehrlich, fordernd und manchmal gnadenlos – hier fährt niemand einfach so nebenbei Berge. Die Kanaren sind der perfekte Ort für alle, die das Abenteuer suchen, sich selbst herausfordern und mit jeder Drehung der Kurbel ein Stück weiterkommen wollen. Egal ob Anfänger, Amateur oder Höhenmeter-Junkie: Wer hier einmal gefahren ist, kommt garantiert wieder.

Pro:

  • Einzigartige, legendäre Anstiege – echtes Profi-Feeling für jedermann
  • Ganzjährig perfektes Klima und kaum Regentage
  • Vielseitige Landschaften und abwechslungsreiche Routen
  • Starke Infrastruktur für Radfahrer und Top-Mieträder
  • Wenig Verkehr abseits der Städte, freundliche Einheimische
  • Optimale Bedingungen für Training und Erholung

Contra:

  • Teilweise extrem starker Wind, besonders auf Lanzarote und Fuerteventura
  • Steile, lange Anstiege – nicht für absolute Einsteiger ohne Vorbereitung
  • Wenig Verpflegungsmöglichkeiten in abgelegenen Bergregionen
  • Streckenplanung und Orientierung können herausfordernd sein
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