Diese Runde auf den Kanarischen Inseln ist wie ein schlechter Drogendealer: Sie macht süchtig, aber sie nimmt dich nicht aus. Traumhafte Anstiege, epische Küstenstraßen, Lavawüsten und Palmenparadiese – und das alles in einer Runde, die auch für Normalos zu schaffen ist. Wer glaubt, die Kanaren seien nur etwas für Profis oder Rentner, sollte sich anschnallen: Diese Route haut dich aus den Socken und zeigt, warum Inselradeln nie wieder dasselbe sein wird.
- Spektakuläre Küstenstraßen und steile Anstiege – aber alles fahrbar
- Ganzjährig perfektes Wetter für ambitionierte Roadies und Genießer
- Vulkanlandschaften, Palmenhaine und Atlantikpanorama nonstop
- Gute Infrastruktur: Wasser, Espresso und Tapas an jeder Ecke
- Kaum Verkehr – Autofahrer sind überraschend radfreundlich
- Runde für alle Levels: Von Einsteiger bis Wattmonster
- Technik-Tipps für die perfekte Kanaren-Ausfahrt
- Geheime Stopps und Hotspots abseits der Touristenfallen
Die Route: Von Lava zu Palmen – und zurück
Die klassische Kanaren-Runde ist kein Kindergeburtstag, aber auch kein Höllenritt für masochistische Watt-Bolzer. Startpunkt ist traditionell irgendwo an der Südküste, zum Beispiel in Playa de las Américas oder Los Cristianos (Teneriffa-Fans wissen Bescheid). Von hier aus rollt man zunächst entspannt den Atlantik entlang, während rechts die Sonne im Meer glitzert und links die Berge drohen. Der erste Anstieg kommt schneller als gedacht: Ein paar Serpentinen, und schon weicht die Hotelkulisse einer kargen Mondlandschaft aus schwarzem Lavagestein. Hier wird klar – die Kanaren sind anders. Und besser.
Nach dem ersten Kräftemessen mit der Schwerkraft geht es rein ins Inselinnere. Palmenhaine wechseln sich ab mit Kakteen, Bananenplantagen und kleinen, weißen Dörfern, die aussehen, als hätte sie jemand aus einer anderen Zeit hierhergebeamt. Die Straßen sind meist in gutem Zustand, Schlaglöcher rar, und die Autofahrer überraschen mit Rücksicht. Kein Vergleich zum hektischen Hupkonzert auf Mallorca. Wer die Augen offen hält, findet immer wieder kleine Cafés oder Bars für einen schnellen Cortado oder eine eiskalte Cola. Hier triffst du auf andere Rad-Enthusiasten aus ganz Europa – und spätestens jetzt wird klar: Diese Insel-Runde ist ein Magnet für Gleichgesinnte.
Das Finale ist legendär. Nach kilometerlangen Anstiegen und atemberaubenden Abfahrten taucht plötzlich wieder der Atlantik am Horizont auf. Die letzten Kilometer rollen wie von selbst, während der Fahrtwind den Schweiß trocknet und die Sonne langsam untergeht. Der Kreis schließt sich, die Beine brennen – aber im Kopf ist nur eins: Wann kann ich das wieder machen?
Herausforderungen & Highlights: Was die Runde so besonders macht
Die große Kanaren-Runde ist kein Spaziergang, aber sie ist auch nicht das Territorium der Profis allein. Die Mischung aus langen, aber nie brutalen Anstiegen, schnellen Abfahrten und ständig wechselnden Landschaften macht den Reiz aus. Wer bergauf seine Kette sauber hält und bergab nicht die Nerven verliert, wird mit Ausblicken belohnt, die jedes Instagram-Feed sprengen. Das absolute Highlight ist die Fahrt durch die Lavafelder des Teide-Nationalparks (Teneriffa) oder die legendäre Küstenstraße von Agaete nach La Aldea (Gran Canaria) – Serpentinen, Felswände, Atlantikblick bis zum Horizont. Da werden selbst alte Hasen sentimental.
Ein weiteres Plus: Die Wetterbedingungen. Während in Mitteleuropa der Winter die Motivation killt, herrscht auf den Kanaren ewiger Frühling. Temperaturen zwischen 18 und 28 Grad, kaum Niederschlag, und selbst im Hochsommer geht immer eine Brise. Das macht die Runde auch für Trainingslager oder Saisonauftakt perfekt. Der Körper muss sich zwar an die Höhenmeter gewöhnen, aber die Luft ist klar, und nach jeder schweren Rampe wartet meist eine angenehm lange Abfahrt zur Regeneration.
Für Technik-Fans gibt es noch ein Extra-Bonbon: Viele Abschnitte sind wie gemacht für Radcomputer-Spielkinder. Die Kurven laden zum Segment-Jagen ein, und bergauf kann sich jeder am ClimbPro-Modus seines GPS-Geräts austoben. Wer will, kann die Runde mit Strava-Segmenten oder eigenen Challenges würzen – und wird garantiert nicht enttäuscht. Die Kanaren sind ein Spielplatz, und diese Runde ist das ultimative Karussell. Nur, dass dir hier nicht schwindlig, sondern einfach nur glücklich wird.
Technik, Taktik & Ausrüstung: So rockst du die Inselrunde
Auf den Kanaren entscheidet nicht nur die Form, sondern auch das Material über Spaß oder Leid. Ein leichter, sauber gewarteter Carbonrenner ist zwar kein Muss, aber du wirst ihn an jedem Anstieg lieben. Die Übersetzung sollte bergtauglich sein: Kompaktkurbel (34/50) und eine Kassette mit mindestens 30 Zähnen hinten machen aus jedem Hobbyfahrer einen Bergziegen-Imitator. Scheibenbremsen sind auf langen Abfahrten Gold wert, denn die Straßen können in den Kurven staubig oder sandig sein – und dann willst du nicht mit quietschenden Felgenbremsen um dein Leben beten.
Auch beim Thema Reifen lohnt es sich, nicht zu geizig zu sein. 25 oder 28 Millimeter breite Pneus mit gutem Pannenschutz nehmen den scharfen Lavakanten den Schrecken. Tubeless ist auf den Kanaren zwar kein Muss, aber ein netter Bonus, wenn du wirklich kein Bock auf Platten hast. Ein Ersatzschlauch, Mini-Pumpe und ein Multitool gehören sowieso in jede Trikottasche. Für längere Touren empfiehlt sich ein GPS-Radcomputer mit guter Akkulaufzeit – die Streckenführung kann tricky werden, und Mobilfunkempfang ist nicht überall garantiert.
Das Wichtigste aber: Taktik. Überpace dich nicht am ersten Berg, sondern finde deinen Rhythmus. Trink regelmäßig, denn die Sonne brennt gnadenlos, auch wenn der Wind dich austricksen will. Plane Pausen ein, gönn dir Tapas und triff andere Radfahrer – die Kanaren sind ein sozialer Hotspot auf zwei Rädern. Und wenn der Tag zu lang wird: Die nächste Bar ist nie weit, und ein Taxi mit Fahrradträger findet sich immer. Auf den Kanaren gilt: Lieber eine Runde mehr rollen als eine zu wenig. Die Insel verzeiht alles – außer Übermut.
Geheime Tipps & Insider-Stopps: Mehr als nur Asphalt
Wer die Kanaren-Runde fährt, sollte nicht nur auf die Kilometer, sondern auch auf die Details achten. Abseits der großen Routen warten kleine Dörfer mit authentischer Küche, verwunschene Aussichtspunkte und versteckte Wasserquellen. In Vilaflor (Teneriffa) gibt es zum Beispiel die legendären Papas Arrugadas mit Mojo – perfekt für den Salzhaushalt nach langen Anstiegen. In Artenara (Gran Canaria) lockt die beste Mandel-Tarta der Insel, serviert mit Aussicht auf das Wolkenmeer unter dir.
Wem die klassischen Stopps zu langweilig sind, der sollte einen kleinen Umweg ins Inselinnere wagen. Verwunschene Kiefernwälder, Höhlenkirchen und alte Bauernhöfe warten nur auf neugierige Roadies. Besonders früh am Morgen, wenn der Nebel noch zwischen den Bergen hängt, ist die Atmosphäre magisch. Hier bist du allein mit deinem Rad, der Natur und dem ewigen Frühling der Kanaren. Es lohnt sich, die Route nicht zu strikt zu planen – spontane Abzweigungen führen oft zu den besten Entdeckungen.
Last but not least: Die Kanaren sind auch abends ein Erlebnis. Nach der Tour locken Strandbars, kleine Fischrestaurants und Sonnenuntergänge, die selbst abgestumpfte Instagrammer zum Staunen bringen. Wer nach der Runde nicht gleich ins Bett fällt, kann das Inselleben genießen – und sich schon mal auf die nächste Ausfahrt freuen. Denn eins ist sicher: Wer einmal die Kanaren-Runde gefahren ist, will mehr. Immer mehr.
Fazit: Die Kanarische Inselrunde – Suchtfaktor garantiert
Diese Runde auf den Kanarischen Inseln ist ein Fest für alle Sinne, ein Test für die Beine und ein Paradies für Radenthusiasten. Sie vereint epische Landschaften, sportliche Herausforderungen und entspanntes Inselfeeling in einer einzigartigen Mischung. Egal ob Einsteiger, Hobbyfahrer oder Watt-Profi – hier kommt jeder auf seine Kosten. Die perfekte Infrastruktur, das Klima und die Vielfalt machen die Kanaren zu einem der besten Roadbike-Spots Europas, wenn nicht der Welt. Wer die Runde einmal gefahren ist, wird süchtig – und das ganz ohne Nebenwirkungen, außer vielleicht Muskelkater und Endorphin-Flash.
Pro:
- Spektakuläre Landschaften und abwechslungsreiche Streckenführung
- Ganzjährig perfektes Radwetter
- Gute Straßen, wenig Verkehr, radfreundliche Autofahrer
- Vielfältige Routen für alle Leistungsniveaus
- Top Infrastruktur: Cafés, Wasserstellen, Radwerkstätten
- Optionale technische Spielereien dank GPS und Strava
- Viele geheime Hotspots und authentische Stopps
Contra:
- Flüge und Anreise mit Rad sind etwas aufwändiger als Festland
- Starke Sonne und Wind erfordern gute Vorbereitung
- Einige Anstiege können unterschätzt werden – Rhythmus ist alles