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Flach, wellig, brutal: Unsere Lieblingsrouten in Alpen (Schweiz/Frankreich) im Test

Ob flach, verspielt oder einfach nur brutal: Die Alpen zwischen Schweiz und Frankreich sind das Epizentrum für Roadies mit Geschmack an Grenzerfahrungen. Wir haben die wildesten, schönsten und forderndsten Lieblingsrouten getestet – von sanften Rouladenpisten bis zu epischen Rampen, die jedes Watt aus den Beinen pressen. Hier kommt der gnadenlos ehrliche 11bar-Deepdive zu den Alpenrouten, die jeder einmal gefahren sein muss – oder sich danach fragt, warum zur Hölle.

  • Die besten Alpenrouten im Grenzgebiet Schweiz/Frankreich im knallharten Test
  • Flache Genießerstrecken, wellige Alleskönner und brutale Pässe im direkten Vergleich
  • Insider-Tipps zu Strecke, Verpflegung und spektakulären Aussichtspunkten
  • Technik- und Fahrtechnik-Tipps für jede Routencharakteristik
  • Optimal für Einsteiger, ambitionierte Amateure und Pros
  • Wetter, Saison und Ausrüstung: So bist du perfekt vorbereitet
  • Streckenhighlights, Gefahrenstellen und Kult-Spots am Wegesrand
  • Unsere ehrliche Meinung: Was ist overrated, was ein echtes Muss?

Flach und schnell: Die Seenrunde Genfersee – Lac Léman

Wer glaubt, die Alpen seien nur ein endloses Auf und Ab, hat definitiv noch nie die Runde um den Genfersee gedreht. Diese Strecke ist der perfekte Beweis, dass Flachpassagen inmitten der Alpen nicht nur existieren, sondern regelrecht zelebriert werden können. Start und Ziel in Lausanne bieten urbane Vibes, doch schon nach wenigen Kilometern bist du im Flow der Seestraße. Hier rollt das Rad wie auf Schienen, Rückenwind, Espresso und das Gefühl, einen Hauch Côte d’Azur im Nacken zu haben. Die Strecke ist so glatt, dass du dich fragst, ob man nicht aus Versehen auf einer Triathlonbahn gelandet ist.

Doch unterschätze die Runde nicht: Gerade an sonnigen Tagen kann der Wind am Wasser gnadenlos zuschlagen und dich entweder zur Rakete machen oder gnadenlos ausbremsen. Ortskundige nutzen die frühen Morgenstunden für den legendären „Léman Loop“, wenn der Asphalt noch frisch und die Promenaden menschenleer sind. Highlights warten nicht nur in Form von Panoramablicken auf die Alpenkette und Weinberge, sondern auch in den kleinen Ortschaften wie Montreux oder Vevey, wo ein schneller Espresso oder eine Patisserie immer drin ist. Die Strecke ist ideal für alle, die Geschwindigkeit, Genuss und eine Prise mondänen Lifestyle suchen.

Technisch ist die Runde um den Genfersee ein No-Brainer, aber unterschätze nie die Länge: Je nach Variante stehen zwischen 160 und 180 Kilometern auf dem Tacho. Wer also glaubt, dass „flach“ gleichbedeutend mit „leicht“ ist, wird spätestens im letzten Viertel eines Besseren belehrt. Eine solide Grundausdauer, genügend Verpflegung und ein Auge für den Verkehr (vor allem im Sommer!) sind Pflicht. Fazit: Flach kann verdammt sexy sein – und manchmal ist das Glück eben einfach nur ein rollender Reifen am Seeufer.

Wellig und wild: Col de la Croix, Col du Pillon & die Waadtländer Alpen

Jetzt wird’s abwechslungsreich. Wer die perfekte Mischung aus Flow, Kletterei und Panorama sucht, sollte sich die Waadtländer Alpen rund um Aigle, Villars und Les Diablerets nicht entgehen lassen. Die Kombination aus Col de la Croix und Col du Pillon ist ein echter Geheimtipp fernab von Touristenmassen – ein Fest für alle, die gerne wellig und fordernd unterwegs sind. Die Anstiege sind anspruchsvoll, aber nie brutal, und die Abfahrten treiben das Adrenalin in die Beine, ohne dass du an jeder Kurve um dein Leben fürchten musst.

Der Col de la Croix überzeugt mit langen, gleichmäßigen Rampen, die sich perfekt zum Tempobolzen eignen. Hier findest du alles: Serpentinen, spektakuläre Ausblicke und ein Asphalt, der sich wie Samt unter den Reifen anfühlt. Das Zwischenstück zum Col du Pillon bringt dich vorbei an Wanderern, Kühen und Wasserfällen – typisch Schweiz, typisch Postkartenidylle. Doch die wahre Challenge liegt im Wechselspiel: Es gibt keine endlosen Anstiege, sondern ständige Rhythmuswechsel, kurze Wellen, knackige Gegenanstiege und rasante Abfahrten. Wer hier bestehen will, braucht Technik und Krafteinteilung.

Die Region ist auch logistisch ein Traum: Gute Bahnanbindung, viele Brunnen zum Wasserauffüllen und urige Boulangerien, in denen sich das zweite Frühstück quasi von selbst erklärt. Unser Tipp: Unbedingt die Abfahrt Richtung Gstaad mitnehmen – hier trifft alpine Landschaft auf Luxus-Resort-Flair und gibt der Tour noch einmal einen ganz eigenen Vibe. Fazit: Wer wellige Strecken liebt und auf Abwechslung steht, fährt hier ganz großes Kino.

Brutal und legendär: Col du Joux-Plane, Col de la Madeleine & Co.

Jetzt wird’s ernst – und zwar richtig. Für alle, die sich nur mit den ganz großen Namen zufrieden geben, warten im Grenzgebiet die absoluten Monsterrampen der Alpen. Col du Joux-Plane, Col de la Madeleine, Col de la Ramaz oder der Klassiker Col de la Colombière – jeder einzelne Pass ist ein Synonym für Schmerzen, Ruhm und die ganz große Radsportbühne. Wer hier hochfährt, weiß: Es geht nicht um Geschwindigkeit, sondern ums Überleben. Die Steigungen sind gnadenlos, die Serpentinen zahlreich, und jeder Kilometer fühlt sich doppelt so lang an wie auf irgendeiner Hausrunde.

Der Col du Joux-Plane zum Beispiel ist ein echter Charaktertest. Mit seinen bis zu 11 Prozent Steigung auf längeren Passagen und einer Endlosigkeit, die bereits Legenden wie Armstrong und Virenque an die Grenze gebracht hat, ist dieser Pass nichts für schwache Nerven. Die Belohnung: Ein Ausblick auf den Mont Blanc, der für ein paar Minuten sogar die brennenden Oberschenkel vergessen lässt. Für die Abfahrt nach Morzine braucht es Mut, Präzision und Bremsen, die halten, was sie versprechen.

Die Madeleine ist der Inbegriff des französischen Alpenpasses: episch, lang, wechselhaft – und mit einer Länge von über 25 Kilometern und 1.500 Höhenmetern ein Prüfstein für jeden Ausdauersportler. Wer hier oben ankommt, weiß, was Leiden bedeutet. Die Versorgung unterwegs ist spärlich, das Wetter schlägt blitzschnell um, und spätestens im letzten Drittel kämpfst du nicht mehr gegen den Pass, sondern gegen dich selbst. Fazit: Wer hier fährt, will nicht einfach nur Rad fahren – er will Geschichte schreiben. Oder wenigstens eine richtig gute Story für die nächste Kaffeepause.

Praktische Tipps: Wetter, Ausrüstung & Sicherheit

Die Alpen sind kein Ponyhof – das gilt auch für scheinbar harmlose Strecken. Wetterumschwünge kommen schneller als der Hungerast, und was eben noch nach Sahnehäubchen aussah, kann in kürzester Zeit zur Notfallübung werden. Regen, Schnee oder Gewitter im Sommer? Alles schon erlebt, alles schon passiert. Deshalb: Immer eine Wind- oder Regenjacke dabeihaben. Und ja, auch im Juli kann es am Pass bitterkalt werden. Sonnencreme ist Pflicht, auch wenn’s morgens nach Nebel aussieht.

Materialtechnisch gilt: Lieber stabil als superleicht. Die Bremsen müssen top funktionieren, Reifen mit gutem Pannenschutz sind ein Muss, und wer clever ist, packt statt eines zweiten Gels lieber einen Riegel oder Banane ein. GPS-Geräte wie der Garmin Edge 530 machen das Navigieren zum Kinderspiel – vorausgesetzt, man lädt die Route vorher auf, denn Funklöcher gibt’s hier öfter als in jeder Großstadt. Wer mit der Gruppe fährt, sollte Treffpunkte und Notfall-Nummern vorher absprechen; Solo-Fahrer aktivieren am besten die automatische Standortfreigabe.

Verpflegung ist ein weiteres Thema. In Frankreich und der Schweiz gibt’s nicht an jeder Ecke einen Supermarkt oder eine Bar. Brunnen und Wasserquellen sind oft die einzige Rettung – und ein Stück Baguette aus der Dorf-Boulangerie schmeckt auf 1.800 Metern sowieso besser als jedes Energy-Gel. Apropos: Wer sich brutal quält, darf auch mal genießen. Denn am Ende sind es die Erinnerungen, die bleiben – und die Beine, die zittern.

Fazit: Alpenrouten zwischen Genuss und Grenzerfahrung

Die Alpen zwischen der Schweiz und Frankreich sind ein Spielplatz für Roadies, die mehr wollen als Durchschnitt. Von flachen Seerunden über wellige Traumstraßen bis zu brutalen Pässen ist alles geboten – und jede Strecke hat ihren ganz eigenen Charakter. Wer hier fährt, erlebt Natur, Kultur und Sport am Limit. Aber: Die Alpen verzeihen keine Fehler. Vorbereitung, Technik und ein gesunder Respekt vor Wetter und Strecke sind Pflicht. Dafür gibt es unvergessliche Momente, legendäre Panoramen und Geschichten, die man noch Jahre später erzählt. Für uns bei 11bar bleibt: Wer die Alpen nicht liebt, hat den Radsport nie verstanden.

Pro:

  • Unvergleichliche Vielfalt an Streckencharakteren: von flach bis episch steil
  • Spektakuläre Naturkulisse mit Postkartenpanorama
  • Legendäre Pässe mit echtem Tour-de-France-Feeling
  • Gute Infrastruktur und spannende kulinarische Highlights
  • Abwechslungsreiche Herausforderungen für jedes Leistungsniveau
  • Wenig Verkehr abseits der Hotspots und viele ruhige Nebenstraßen

Contra:

  • Wetterumschwünge und Kälte können zur echten Gefahr werden
  • Teilweise schlechte Versorgungslage auf den Pässen
  • Starker Verkehr auf den Hauptstraßen und in der Hochsaison
  • Brutale Steigungen und lange Anstiege sind nichts für schwache Nerven
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