Kanaren für Einsteiger? Klingt nach Urlaub, ist aber das Trainings-Paradies für alle, die mehr wollen als Sonne, Sangria und Sand – nämlich Schweiß, Serpentinen und sattes Höhenprofil. Egal ob Strava-Junkie, Watt-Nerd oder frisch gebackener Rennrad-Rookie: Auf den Kanarischen Inseln wird jede Ausfahrt zum unvergesslichen Roadtrip. Hier kommen die besten Strecken zum Ankommen – und alle Geheimtipps, die du garantiert nicht im Pauschalprospekt findest.
- Ganzjährig mildes Klima und beste Bedingungen für Rennradfahrer
- Unterschiedliche Insel-Charaktere: Gran Canaria, Teneriffa, Lanzarote & Co.
- Legendäre Anstiege wie Pico de las Nieves und Teide warten auf dich
- Optimale Infrastruktur für Roadies: Verleih, Werkstätten, Cafés, Rad-Hotels
- Strecken für Einsteiger, Genießer und ambitionierte Kletterziegen
- Tipps zu Verkehr, Sicherheit und Verhaltens-Knigge auf spanischen Straßen
- Geheime Schleifen abseits der Touristenrouten für mehr Ruhe und Natur
- Perfekte Saisonvorbereitung: Trainingslager-Feeling im Winter
Warum die Kanaren das perfekte Revier für Rennrad-Einsteiger sind
Die Kanarischen Inseln gelten nicht umsonst als Mekka für Radfahrer aus ganz Europa. Während zu Hause der Winterblues regiert, warten auf den sieben Inseln das ganze Jahr über Temperaturen zwischen 18 und 28 Grad – und das bei fast durchgehend blauem Himmel. Regenjacke? Kann im Hotel bleiben. Salzwasser? Gibt’s nach der Tour als Belohnung. Die abwechslungsreichen Landschaften reichen von schwarzen Vulkanlandschaften über grüne Täler bis zu kargen Steilküsten – da wird selbst die härteste Grundlageneinheit zur Genussfahrt. Für Einsteiger besonders charmant: Viele Strecken lassen sich flexibel kürzen, verlängern oder kombinieren, sodass man sich langsam an größere Herausforderungen rantasten kann.
Was die Kanaren von anderen Warmwetter-Zielen unterscheidet, ist die exzellente Infrastruktur für Radfahrer. Vom Flughafen bis zum Hotel – überall begegnet man Gleichgesinnten, die genauso nerdig über Übersetzungen und Wattwerte diskutieren wie du. Verleihstationen mit High-End-Material, kompetente Werkstätten und radfreundliche Unterkünfte sind Standard. Die Inseln haben längst verstanden: Radfahrer bringen nicht nur Umsatz, sondern auch Leidenschaft. Und so trifft man auf freundliche Locals, die mit Tipps, Wasser oder gelegentlich sogar einem Apfel weiterhelfen, wenn der Hungerast zuschlägt.
Auch der Straßenverkehr ist überraschend angenehm. Klar, es gibt Hotspots, wo Busse mit Touris die Straßen verstopfen. Aber abseits der Touristenzentren sind viele Straßen bestens asphaltiert, wenig befahren und führen durch spektakuläre, fast menschenleere Regionen. Wer sich an die Grundregeln hält – also defensiv fährt, Handzeichen gibt und den spanischen Autofahrern ein Lächeln schenkt – wird schnell merken: Hier ist man als Radfahrer nicht Störfaktor, sondern willkommener Gast.
Die Top-Strecken für Einsteiger: Von gemütlich bis sportlich
Gerade für Einsteiger, die vielleicht noch nie ein echtes Trainingslager erlebt haben, bieten die Kanaren perfekte Bedingungen. Auf Gran Canaria wartet mit der berühmten Küstenstraße von Maspalomas nach Puerto de Mogán eine der entspanntesten, aber landschaftlich spektakulärsten Strecken überhaupt. Hier rollt’s meist flach bis wellig, der Asphalt ist ein Traum, und die Aussicht aufs Meer macht jede Pause zum Instagram-Highlight. Wer will, steigt in Puerto de Mogán einfach in den Bus zurück – oder setzt noch einen drauf und nimmt die ersten sanften Anstiege Richtung Soria in Angriff.
Auf Teneriffa ist der Klassiker schlechthin die Auffahrt zum Teide. Klingt erstmal nach Profi-Tortur, lässt sich aber in Stufen erobern. Wer sich von Los Cristianos oder El Médano langsam hocharbeitet, findet zahlreiche Möglichkeiten zum Aussteigen, Umdrehen oder Pause machen. Und das Beste: Je höher man kommt, desto spektakulärer wird die Aussicht – und desto besser schmeckt der Cortado an einer der urigen Bergbars. Tipp für Ungeübte: Lieber einen Gang kleiner wählen und das Tempo genießen, statt sich am Fuß zu verheizen.
Lanzarote gibt sich als Insel der Winde und Vulkane. Hier sind die Strecken meist flach bis sanft profiliert, aber der Wind fordert die Oberschenkel. Die Runde um die Feuerberge (Timanfaya) ist ein Muss – nicht zu steil, aber landschaftlich so abgefahren, dass selbst Mallorca-Fans neidisch werden. Wer’s gemütlich mag, bleibt an der Küste und genießt das Wechselspiel aus Surfer-Dörfern, weißen Häusern und tiefblauem Atlantik. Für Einsteiger ideal: Immer ausreichend Wasser mitnehmen, denn der nächste Supermarkt kann weit entfernt sein.
Kulinarik, Kultur und Radfahrknigge: Was du wissen musst
Wer glaubt, auf den Kanaren gäbe es nur Paella und Sangria, hat das kulinarische Potenzial der Inseln gewaltig unterschätzt. Jede Tour sollte mindestens einen Stopp bei einer landestypischen Bar oder einem kleinen Café enthalten – am besten abseits der Touristenmeilen. Hier gibt’s den besten Café con Leche, deftige Bocadillos und frisches Obst zu Preisen, die selbst den letzten Alpenpass verblassen lassen. Auch Anfänger sollten sich trauen, regionale Spezialitäten wie Gofio, Papas Arrugadas oder Mojo Verde zu probieren. Das gibt nicht nur Energie, sondern auch Gesprächsstoff für die nächste Ausfahrt.
In Sachen Kultur sind die Kanaren eine Wundertüte. Wer aufmerksam fährt, entdeckt kleine Dörfer mit traditionellen Festen, bunte Märkte und versteckte Aussichtspunkte, die auf keiner Karte stehen. Die Einheimischen sind stolz auf ihre Inseln und freuen sich über interessierte Gäste, die mehr sehen wollen als Pool und Buffet. Ein bisschen Spanisch hilft – ein freundliches „Buenos días“ oder „Gracias“ öffnet fast jede Tür. Und wer nach dem Weg fragt, bekommt meist gleich noch Geheimtipps für die nächste Tour dazu.
Wichtig ist auch der Radfahrknigge: Helm ist Pflicht (ja, wirklich!), und beim Fahren in der Gruppe gilt Rücksicht statt Ego-Show. Die Straßen können schmal sein, also besser hintereinander fahren und nicht quer über die Fahrbahn flanieren. Müll wird selbstverständlich mitgenommen, Pannen werden mit Humor genommen, und wer grüßt, wird fast immer zurückgegrüßt. So bleibt der gute Ruf der „guiris ciclistas“ – der ausländischen Radfahrer – erhalten, und die Türen stehen auch für die nächsten Generationen offen.
Geheimtipps & Fehler, die du vermeiden solltest
Wer sich auf die Kanaren wagt, sollte nicht nur die Standardrouten kennen, sondern auch den Mut haben, neue Wege zu gehen. Auf Gran Canaria lohnt sich zum Beispiel eine Tour ins grüne Inselinnere rund um Artenara. Hier findet man uralte Kiefernwälder, spektakuläre Aussichtspunkte und Straßen, auf denen man maximal einer Ziegenherde begegnet. Auf Teneriffa ist die Runde durchs Anaga-Gebirge ein echtes Abenteuer für alle, die Kurven und Nebelwälder lieben. Die Straßen sind anspruchsvoll, aber die Natur entschädigt für jede Schweißperle.
Ein häufiger Fehler – gerade bei Einsteigern – ist die Unterschätzung der Anstiege. Die Kanaren sind keine flachen Ferieninseln, sondern bieten Höhenmeter satt. Wer sich überschätzt, riskiert einen satten Hungerast oder den Frust, von der Gruppe abgehängt zu werden. Also: Immer ausreichend Essen und Trinken mitnehmen, lieber ein bisschen Reserve einplanen und die eigenen Grenzen respektieren. Das Motto lautet: Ankommen ist wichtiger als Durchkommen – und der Spaß steht immer im Vordergrund.
Ein weiterer Geheimtipp ist die Nutzung der lokalen Busse (Guaguas). Viele Linien nehmen problemlos Fahrräder mit, sodass man auch mal einen längeren Anstieg auslassen oder eine Tour flexibel abkürzen kann. Das gibt Sicherheit und macht auch längere Entdeckungsfahrten für Einsteiger möglich. Wer sich traut, abseits der klassischen Touristenziele unterwegs zu sein, wird mit leeren Straßen, spektakulären Ausblicken und echtem Inselflair belohnt – ganz ohne Instagram-Filter.
Fazit: Kanaren – das Paradies für alle, die mehr wollen
Die Kanarischen Inseln sind nicht nur ein Trainingslager für Profis, sondern das perfekte Revier für alle, die ihre Leidenschaft fürs Rennradfahren entdecken oder vertiefen wollen. Ob gemütliche Küstenrunde, epischer Vulkananstieg oder versteckte Serpentinen im Inselinneren – auf den Kanaren findet jeder seine Lieblingsstrecke. Die Mischung aus Klima, Infrastruktur, Gastfreundschaft und landschaftlicher Vielfalt macht den Unterschied. Wer einmal hier war, versteht, warum so viele Roadies im Winter immer wiederkommen.
Jenseits der perfekten Asphaltbänder und der legendären Berge wartet auf den Kanaren vor allem eins: Freiheit auf zwei Rädern. Du kannst dich auspowern oder genießen, neue Freunde finden oder einfach nur Landschaft tanken. Die Kanaren sind so individuell wie jeder Roadie – und bieten für jeden das passende Abenteuer. Also: Flug buchen, Bike packen, Sonnencreme nicht vergessen – und ab auf die Insel!
Pro:
- Ganzjährig ideales Wetter für Straßenradsport – nie wieder Winterpause
- Abwechslungsreiche Strecken für jedes Niveau und jeden Geschmack
- Top-Infrastruktur mit Verleih, Werkstätten, Rad-Hotels und Cafés
- Kulinarische Highlights und gastfreundliche Locals
- Viele ruhige, gut asphaltierte Straßen abseits des Massentourismus
- Perfekt für Trainingslager, Saisonvorbereitung und Genussfahrten
- Geheimtipps und abgefahrene Naturerlebnisse garantiert
Contra:
- Anstiege können für Einsteiger überraschend fordernd sein
- Wind – besonders auf Lanzarote – kostet Körner und Nerven
- Manche Straßen im Inselinneren sind schmal und erfordern Vorsicht
- In der Hochsaison punktuell viel Verkehr rund um Touristenzentren