Flach, wellig, brutal – die Kanarischen Inseln sind das ultimative Testlabor für Radfahrer, die wissen wollen, wie weit sie wirklich gehen können. Von glühendem Asphalt bis steilen Monsteranstiegen, von Passatwind bis Lava-Flow – hier begegnet dir alles, was den Mythos des Insel-Trainingscamps ausmacht. Wir haben unsere Lieblingsrouten auf Teneriffa, Gran Canaria, Lanzarote & Co. herausgepickt und geben dir den ungeschminkten Insider-Check: Für alle, die das Maximum aus ihrem Trip holen wollen – egal ob Watt-Bolzer, Genießer oder Abenteurer!
- Die Kanaren bieten ganzjährig ideales Radwetter und abwechslungsreiche Streckenprofile
- Von topfebenen Küstenstraßen bis zu epischen Bergpässen ist alles dabei
- Wind, Hitze und rauer Asphalt fordern Mensch und Material heraus
- Jede Insel hat ihren eigenen Charakter: von Lanzarotes Lavawüste bis zu Teneriffas Teide-Monster
- Optimale Bedingungen für Trainingslager und ambitionierte Touren
- Geführte Touren, Verleihstationen und Service – Infrastruktur ist top
- Lokale Besonderheiten: Verkehrsregeln, Versorgung, Gefahren im Detail
- Unsere 11bar-Route-Tipps: ehrlich, hart, legendär
Kanarische Inseln: Paradies mit Charakter – und Ecken und Kanten
Die Kanaren sind mehr als nur Sonne und Palmen – sie sind eine Wundertüte für Radfahrer, die sich nicht mit Standardrunden zufriedengeben. Jedes Eiland spielt seine ganz eigene Melodie: Teneriffa kommt mit brutalen Höhenmetern und dem majestätischen Teide, Gran Canaria lockt mit Serpentinen, die selbst Alpe d’Huez blass aussehen lassen, und Lanzarote zieht dich mit Mondlandschaften in seinen Bann. Doch auch die vermeintlich unscheinbaren Inseln wie La Palma und Fuerteventura bieten Strecken, die dich in den Beinen und im Kopf lange begleiten werden. Hier gibt es keine halben Sachen – entweder du liebst es oder du gehst unter. Die Straßen sind zum Teil rau, der Wind gnadenlos und die Sonne brennt, als gäbe es kein Morgen. Aber genau das macht den Reiz der Kanaren aus: Sie sind ehrlich, fordernd und immer etwas extremer als alles, was dich auf dem Festland erwartet.
Wer als Radfahrer auf die Kanaren kommt, muss sich auf ein Wechselbad der Gefühle einstellen. Die Infrastruktur ist zwar erstklassig – Radverleihe, geführte Touren und Radshops an jeder Ecke – aber das schützt dich nicht vor den Launen der Natur. Plötzliche Wetterwechsel, tückische Abfahrten und überraschende Schlaglöcher gehören hier zum Spiel. Die Einheimischen sind Radfahrern gegenüber meist freundlich, aber der Verkehr kann in Ballungsräumen wie Las Palmas oder Santa Cruz de Tenerife schon mal nerven. Wer es ruhiger mag, muss früh aufstehen oder sich abseits der Hotspots auf die Suche nach kleinen Straßen machen. Geheimtipp: Viele der schönsten Routen verlaufen abseits des Touristenstroms, mitten durch Dörfer, die noch nie einen Radcomputer gesehen haben.
Das Beste an den Kanaren: Sie haben Saison, wenn Europa friert. Egal ob du im Winter an deiner Form feilst oder im Frühjahr den Grundstein für die Saison legst – das Klima ist nahezu unschlagbar. Wer sich aber nur auf Sonne, Meer und Rückenwind freut, wird schnell eines Besseren belehrt. Die Inseln sind kein Selbstbedienungsladen für Bestzeiten. Wer hier bestehen will, braucht Lust auf Abenteuer, etwas Leidensfähigkeit und eine Prise Punk im Herzen. Denn eines ist sicher: Die Kanaren zeigen dir gnadenlos, wo dein Limit liegt – und wie geil es ist, es zu verschieben.
Klassiker und Geheimtipps: Unsere Lieblingsrouten im Härtetest
Beginnen wir mit dem Klassiker auf Teneriffa: Die Teide-Auffahrt ist nicht umsonst Legende. Vom Meeresspiegel bis auf über 2.300 Meter windet sich die Straße wie ein endloses Band durch Pinienwälder, Lavafelder und Wolkenmeere. Hier geht es nicht um Attacken, sondern um Rhythmus, Geduld und pure Ausdauer. Die Steigung ist konstant, der Asphalt meist ordentlich, aber die Länge zerlegt auch die stärksten Waden. Perfekt für alle, die wissen wollen, wie sich ein echter Höhenritt anfühlt. Tipp: Früh losfahren, genug Wasser mitnehmen und oben die Aussicht feiern – verdient hast du sie dir auf jeden Fall.
Gran Canaria schlägt mit seinen Serpentinen rund um den Pico de las Nieves zurück. Die „Valley of the Tears“-Route gilt als eine der härtesten Europas: schmale Straßen, brutale Rampen, teils zweistellige Steigungsprozente und Abfahrten, die volle Konzentration verlangen. Hier fahren keine Schönwetterhelden, sondern echte Masochisten mit Stil. Wer durchhält, wird mit epischen Panoramen und dem Gefühl belohnt, sich einen der wildesten Anstiege der Inselwelt erkämpft zu haben. Ansonsten bietet Gran Canaria auch wellige Strecken entlang der Küste, ideal für Grundlagentraining oder entspannte Cappuccino-Runden.
Lanzarote setzt auf Kontraste: Hier gibt es kaum Bäume, dafür Wind und Lava so weit das Auge reicht. Die Runde durch den Timanfaya-Nationalpark ist ein Trip durch eine andere Welt – schwarzer Asphalt schlängelt sich durch erstarrte Lavaströme, der Wind pfeift dir gnadenlos um die Ohren und Steigungen wirken hier doppelt hart. Doch genau das macht Lanzarote zum Geheimfavoriten vieler Profis: Keine Ablenkung, pure Konzentration und ein Terrain, das Technik und Taktik fordert. Wer Lust auf pure Geschwindigkeit hat, findet an der flachen Küstenstraße Richtung Orzola seinen Spielplatz – wenn der Wind mitspielt, versteht sich.
Technik, Taktik, Überleben: Was du auf den Kanaren wirklich wissen musst
Die Kanaren sind kein Ponyhof für Instagram-Poser, sondern ein Testfeld für echte Radfahrer. Die größte technische Herausforderung ist der Asphalt: Grob, rissig und oft mit losem Split garniert, verlangt er nach robusten Reifen und einer Extraportion Luftdruck. Wer mit 23er Reifen und 6 Bar antritt, wird nach der ersten Abfahrt beten, dass der Pannenschutz hält. Wir empfehlen mindestens 25, besser 28 Millimeter breite Schlappen mit ordentlich Profil – Grip ist hier wichtiger als Leichtbau-Fetischismus. Auch Scheibenbremsen sind auf den langen, teils steilen Abfahrten ein echter Sicherheitsgewinn.
Wetter- und Windtaktik sind auf den Kanaren mindestens so wichtig wie Watt und VO2max. Der Passatwind kann aus einer flachen Küstenrunde einen Alptraum machen – oder dir gratis Rückenwind auf dem Heimweg bescheren. Wer clever plant, checkt die Windrichtung vor Tourstart und passt seine Route entsprechend an. In den Bergen ändert sich das Wetter oft schlagartig: Morgens Sonne, mittags Nebel und nachmittags ein Regenschauer sind keine Seltenheit. Eine Weste, Armlinge und Gilet gehören deshalb immer ins Trikot. Wer auf Nummer sicher gehen will, packt noch eine dünne Regenjacke ein.
Verpflegung und Versorgung sind ein Thema für sich. In den touristischen Zonen ist das nächste Café nie weit, aber in den Bergen herrscht oft gähnende Leere. Wer auf Teide, Pico de las Nieves oder durch den Timanfaya fährt, sollte immer genug Wasser und Snacks dabeihaben. Die Supermärkte haben oft Siesta und Tankstellen sind außerhalb der Ballungsräume rar. Ein bisschen Vorausplanung rettet hier nicht nur den Tag, sondern manchmal auch die Tour. Und noch ein Tipp: Trage immer eine Kopie deines Ausweises und ein paar Euro Kleingeld – das kann im Notfall Gold wert sein.
Insider-Check: Infrastruktur, Verkehr und Survival-Hacks
Die Infrastruktur für Radfahrer ist auf den Kanaren überraschend gut, aber eben nicht überall gleich. In den großen Urlaubsorten findest du spezialisierte Radverleihe mit Top-Material – von Carbon-Renner bis Gravelbike, alles ist verfügbar. Viele Shops bieten Reparaturservice, geführte Touren und sogar Trainingsbetreuung an. Das macht die Inseln ideal für alle, die kein eigenes Rad mitbringen wollen oder einfach mal was Neues ausprobieren möchten. Doch auf abgelegenen Strecken kann es einsam werden – eine Panne abseits der Küste wird schnell zur Geduldsprobe. Wir empfehlen: Werkzeug, Ersatzschlauch und eine kleine Pumpe gehören immer ins Gepäck, selbst auf kurzen Runden.
Der Verkehr auf den Kanaren ist ein zweischneidiges Schwert. In den Touristenzentren kann es hektisch werden, besonders zur Rush Hour und rund um die Kreuzfahrtschiffe. Auf dem Land dagegen herrscht oft entspannte Leere, und die Autofahrer sind meist rücksichtsvoll – mit Ausnahme einiger Motorradgruppen, die am Wochenende die gleichen Kurven feiern wie du. Besondere Vorsicht gilt auf engen, kurvigen Bergstraßen: Hier fahren Busse und Camper oft zügig und nehmen die Kurven gerne mal zu sportlich. Ein Rückspiegel für das Rad oder ein Garmin Varia Radar bringen hier echte Vorteile in Sachen Sicherheit.
Noch ein Survival-Hack: Die Kanaren wirken klein, aber Distanzen werden durch die Topografie schnell unterschätzt. Eine vermeintlich kurze Runde kann durch Höhenmeter und Wind zur epischen Tagesaufgabe werden. Plane konservativ, teile dir deine Kräfte ein und denke an ausreichend Pausen. Gerade bei längeren Anstiegen hilft es, den eigenen Rhythmus zu finden und sich nicht von anderen Fahrern hetzen zu lassen. Und das Wichtigste: Vergiss nie, den Moment zu genießen – die Kanaren sind ein Radfahrertraum, den du so schnell nicht wieder vergisst.
Fazit: Die Kanaren – Spielplatz für Radpunks und Wattmonster
Die Kanarischen Inseln sind ein Paradies mit Ecken und Kanten. Sie belohnen dich mit unvergesslichen Landschaften, epischen Anstiegen und einer Extraportion Sonne, verlangen aber auch Respekt, Planung und eine gute Portion Selbstironie. Wer nur nach dem nächsten Kaffeestopp sucht, wird hier schnell an seine Grenzen kommen. Aber wer Abenteuer, Challenge und echte Roadbike-Vibes liebt, findet auf Teneriffa, Gran Canaria, Lanzarote & Co. sein zweites Zuhause. Unsere Lieblingsrouten sind der perfekte Mix aus Tradition und Geheimtipp – und egal, ob du flach, wellig oder brutal suchst: Die Kanaren liefern immer.
Für alle, die maximalen Trainingsreiz, spektakuläre Kulissen und ehrliche Radfahrer-Gemeinschaft suchen, sind die Kanaren der Place to be. Sie sind kein All-inclusive-Urlaub, sondern ein echtes Abenteuer – und genau das lieben wir. Also: Rauf aufs Rad, rein ins Vergnügen, und vergiss nie, warum du das Ganze machst. Ride hard, stay punk, und bring Geschichten mit nach Hause, die mehr sind als nur Daten auf Strava.
Pro:
- Ganzjährig perfektes Radwetter – Trainingslager-Feeling garantiert
- Extrem abwechslungsreiche Strecken: von flach bis brutal steil
- Legendäre Anstiege wie Teide, Pico de las Nieves und Valley of the Tears
- Sehr gute Infrastruktur für Radfahrer: Verleihe, Werkstätten, geführte Touren
- Spektakuläre Landschaften und einzigartige Naturerlebnisse
- Wenig Verkehr abseits der Hotspots, meist rücksichtsvollere Autofahrer
- Herausfordernde Bedingungen – ideal für ambitionierte Fahrer
Contra:
- Rauer Asphalt und Wind können Material und Fahrer stark beanspruchen
- Teilweise gefährliche Abfahrten und Verkehrsaufkommen in Ballungsräumen
- Wenig Schatten, hohe Sonneneinstrahlung – Sonnenbrandgefahr!
- Bergregionen oft schlecht versorgt – Selbstverpflegung notwendig
- Unterschätzte Distanzen und Höhenmeter – gute Planung ist Pflicht