Andalusien – Sonne, Olivenhaine, weiße Dörfer und Anstiege, die selbst den härtesten Kletterziegen das Wasser in die Augen treiben! Wer glaubt, Spanien bestehe nur aus Mallorca und Pyrenäen, sollte schleunigst umdenken. Hier kommt deine ultimative Bucketlist: Fünf Anstiege in Andalusien, die du als Roadie unbedingt erlebt haben musst – von legendären Rampen bis zu versteckten Perlen. Keine Ausreden mehr, Zeit für Höhenmeter!
- Andalusien bietet spektakuläre Anstiege für Roadies aller Leistungsklassen
- Jeder der fünf vorgestellten Berge hat seinen ganz eigenen Charakter
- Von der Sierra Nevada bis zur Costa del Sol: Steigungen, Landschaft und Road-Vibes vom Feinsten
- Technische Herausforderungen und landschaftliche Highlights gehen Hand in Hand
- Viele Anstiege sind legendäre Trainingsreviere von Profis und Teams
- Genaue Erklärungen zu Steigungsprozenten, Straßenbelag und Streckenbeschaffenheit
- Tipps für Einsteiger und ambitionierte Kletterer inklusive
- Perfekte Planung: Beste Reisezeit, Ausrüstung und Sicherheitsaspekte erklärt
1. Pico Veleta – Das Dach Europas
Der Pico Veleta ist mehr als nur ein Anstieg – er ist ein Mythos. Mit 3.398 Metern ist er der höchste asphaltierte Punkt in Europa, den du legal mit dem Rennrad erreichen kannst. Die Straße beginnt in Granada und schraubt sich gnadenlos über 45 Kilometer in die Sierra Nevada hinauf. Wer hier startet, braucht mehr als nur fitte Beine: Kondition, Kletterwille und ein gutes Auge für das Wetter sind Pflicht. Denn die Temperaturunterschiede zwischen Start und Ziel können episch sein – im Tal Sommer, oben Schneereste und schneidender Wind.
Technisch ist die Auffahrt auf den Pico Veleta herausfordernd, aber nicht mörderisch steil. Die Durchschnittssteigung pendelt sich bei etwa 6 Prozent ein, aber die Länge ist der eigentliche Gegner. Gerade im oberen Teil wird der Asphalt ruppig, die Vegetation verschwindet, und spätestens ab 2.500 Meter wird die Luft dünn. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen: Wer seine Kräfte nicht einteilt, bekommt die Quittung spätestens am letzten, windumtosten Kilometer. Für ambitionierte Roadies ist der Veleta das absolute Pflichtprogramm – quasi der Everest der Südeuropäer.
Der landschaftliche Wechsel ist grandios: Von maurischer Architektur in Granada über Pinienwälder bis in eine fast alpine Mondlandschaft. Die Abfahrt zurück ist nicht minder spektakulär, aber Vorsicht – der Belag ist stellenweise heikel, gerade bei wechselhaftem Wetter. Fazit: Der Pico Veleta ist nicht nur ein Strava-Trophäe, sondern ein echtes Abenteuer für Körper und Kopf. Wer oben steht, bekommt das volle Gefühl von Freiheit und verdient sich das Prädikat „echter Kletterer“.
2. Alto de la Cabra Montés – Die wilde Ziege der Costa del Sol
Der Alto de la Cabra Montés ist der heimliche Star zwischen Málaga und Granada. Übersetzt bedeutet der Name „Bergziege“ – und genau so fühlt sich die Auffahrt an: wild, rau, ehrlich. Wer von der Mittelmeerküste startet, darf sich auf 17 Kilometer klettern freuen, mit einer Durchschnittssteigung von etwas über 5 Prozent. Klingt harmlos? Denkste! Die Rampe hat einige knackige Abschnitte – vor allem im Mittelteil, wo die Sonne gnadenlos auf die Asphaltpiste brennt und der Wind von vorne drückt.
Landschaftlich präsentiert sich die „Cabra“ als Panorama-Show: Olivenhaine, steile Felsen, weite Blicke bis zur Sierra Nevada und – mit Glück – frei laufende Ziegenherden. Die Straße ist schmal, aber überraschend gut asphaltiert. Es gibt kaum Verkehr, dafür aber jede Menge Kurven, die das Kletterherz höherschlagen lassen. Technisch ist die Auffahrt abwechslungsreich: Mal lange Geraden, dann wieder enge Serpentinen, die richtig Körner kosten. Wer sein Tempo klug wählt, kann hier richtig Spaß haben.
Für Einsteiger ist der Alto de la Cabra Montés ein anspruchsvolles, aber machbares Ziel. Ambitionierte finden in den Rampen genug Stoff für persönliche Bestzeiten. Oben wartet kein großes Dorf, sondern pure Natur. Die Abfahrt Richtung Alhama de Granada ist ein weiteres Highlight – schnell, flüssig, mit maximalem Kurvenflow. Wer die „Cabra“ bezwingt, hat sich sein Recovery-Eis am Meer wirklich verdient.
3. Puerto de las Palomas – Radsportromantik in den weißen Dörfern
Der Puerto de las Palomas ist ein Klassiker der Region Cádiz und einer der meistbefahrenen Anstiege Andalusiens. Der Pass verbindet Zahara de la Sierra mit Grazalema und taucht regelmäßig in Trainingsplänen von Profiteams auf. Hier gibt’s alles, was das Roadie-Herz begehrt: 13 Kilometer, durchschnittlich 6 Prozent Steigung, aber mit giftigen Rampen bis zu 15 Prozent. Die Straße windet sich in spektakulären Serpentinen durch Felsen, Wälder und vorbei an schneeweißen Dörfern. Ein Fotomotiv jagt das nächste – aber Achtung: Wer zu oft stehen bleibt, verliert schnell den Rhythmus.
Der Asphalt ist meist in gutem Zustand, aber ganz ohne Schlaglöcher geht’s auch hier nicht ab. Gerade in den Morgenstunden ist wenig Verkehr, und du kannst dich voll auf die Linie konzentrieren. Die Aussicht vom höchsten Punkt ist schlicht großartig: Ein gigantisches Panorama über die Sierra de Grazalema, dazu oft kreisende Geier am Himmel. Technisch ist der Anstieg abwechslungsreich – lange Geraden wechseln mit engen Kehren, kurze, steile Abschnitte fordern die Oberschenkel. Wer zu schnell startet, zahlt spätestens auf dem letzten Kilometer Lehrgeld.
Für Einsteiger empfiehlt sich ein moderates Tempo und der Mut zum kleinen Gang. Ambitionierte Amateure können hier persönliche Bestzeiten jagen und sich bergab an der kurvenreichen, gut einsehbaren Abfahrt austoben. Puerto de las Palomas ist Andalusien pur – rau, ehrlich, wunderschön. Wer hier nicht ins Schwärmen gerät, ist entweder kein Roadie oder hat noch nie einen echten Pass erlebt.
4. El Chorro & der Caminito del Rey – Klettern in der Felskathedrale
El Chorro ist bekannt für seine spektakulären Felsformationen und den legendären Klettersteig Caminito del Rey. Doch auch für Rennradfahrer hat die Region einiges zu bieten – vor allem den Anstieg von Ardales nach El Chorro. Mit rund 10 Kilometern und durchschnittlich 5 Prozent Steigung ist er technisch nicht der schwerste Brocken, aber die Szenerie ist einfach atemberaubend. Die Straße schraubt sich durch enge Schluchten, vorbei an türkisblauen Stauseen und bis zu 300 Meter hohen Steilwänden – ein echtes Naturwunder.
Besonders im Frühjahr ist El Chorro ein Traum: Milde Temperaturen, blühende Orangenhaine und wenig Verkehr. Der Belag ist solide, aber stellenweise rau – hier spürt man, dass man abseits der touristischen Hotspots unterwegs ist. Die Steigung ist gleichmäßig, aber einige Passagen erfordern Sitzfleisch und eine saubere Tritttechnik. Wer oben ankommt, wird mit einem Blick auf die Felskathedrale belohnt, der seinesgleichen sucht.
Die Abfahrt ist technisch anspruchsvoll, da die Straße teilweise eng und unübersichtlich ist. Vorsicht vor Gegenverkehr und losem Schotter! Als Belohnung wartet ein Café direkt am Fuße des Caminito del Rey – perfekter Ort für eine kurze Pause, bevor es zurück in die Pedale geht. Für Roadies, die Natur und Herausforderung suchen, ist El Chorro ein Pflichtziel – spektakulär, wild, unvergesslich.
5. Sierra de los Filabres – Die vergessene Mondlandschaft
Die Sierra de los Filabres ist der Geheimtipp für alle, die es einsam, rau und spektakulär mögen. Der Collado de Velefique, auch als „Alpe d’Huez Spaniens“ bekannt, bietet 13 Kilometer Kletterspaß mit einer Durchschnittssteigung von rund 7 Prozent. Die Serpentinen erinnern tatsächlich an die französische Legende, nur dass hier statt Fanmassen endlose Stille und absolute Weite warten. Wer Ruhe sucht, findet sie hier oben garantiert – oft begegnest du auf der gesamten Strecke keinem einzigen Auto.
Der Startpunkt liegt in Velefique, einem verschlafenen Bergdorf. Von dort an windet sich die Straße gnadenlos den Hang hinauf, Kehre um Kehre, vorbei an karger Vegetation und steinigen Abhängen. Der Asphalt variiert: Mal frisch und griffig, mal rau und rissig. Die Sonne brennt erbarmungslos, und Schatten ist Mangelware – also Trinkflaschen auffüllen und Sonnencreme nicht vergessen. Technisch ist der Anstieg fordernd, aber nie unfair. Die gleichmäßige Steigung erlaubt einen guten Rhythmus, wenn du nicht zu übermütig startest.
Oben auf dem Pass erwartet dich eine mondähnliche Landschaft, die an die Hochalpen erinnert. Absolute Stille, nur das Surren der Kette und der eigene Herzschlag. Die Abfahrt ist ein Genuss: Übersichtliche Kurven, wenig Verkehr, maximaler Speed. Die Sierra de los Filabres ist ein Paradies für Roadies, die das Ursprüngliche suchen – keine Touristen, keine Souvenirstände, nur echtes Radfahren. Wer hier war, weiß, warum Andalusien mehr ist als nur Sonne und Meer.
Fazit: Andalusien – Das unterschätzte Kletterparadies
Andalusien ist ein echtes Eldorado für Roadies, die mehr suchen als nur Kilometerfressen und Sonnenbaden. Jeder der fünf vorgestellten Anstiege hat seinen ganz eigenen Charakter – von epischen Höhenmetern am Pico Veleta bis zu einsamen Serpentinen in der Sierra de los Filabres. Egal ob Einsteiger, ambitionierter Amateur oder echter Bergfloh: Hier findet jede und jeder die passende Herausforderung. Wichtige Tipps am Rande: Immer ausreichend Wasser und Snacks dabei haben, die Temperaturunterschiede im Blick behalten und das Timing der Touren auf die Jahreszeit abstimmen. Andalusien ist gnadenlos ehrlich – und genau das macht den Reiz aus. Wer einmal da war, kommt garantiert wieder zurück, denn diese Berge sind mehr als nur Asphalt – sie sind ein Lebensgefühl auf zwei Rädern.
- Pro:
- Spektakuläre, abwechslungsreiche Anstiege für alle Leistungsniveaus
- Wenig Verkehr und authentische Landschaft abseits der Touristenströme
- Viele Passstraßen mit gutem Asphalt und atemberaubenden Panoramen
- Perfekte Bedingungen für Trainingslager oder individuelle Abenteuer
- Günstiges Klima – selbst im Winter oft ideale Bedingungen
- Gastfreundliche Einheimische und leckere Verpflegung in den Dörfern
- Contra:
- Starke Temperaturschwankungen zwischen Start und Ziel möglich
- Teilweise rauer oder beschädigter Straßenbelag
- Wenig Infrastruktur auf den Bergen – gute Vorbereitung notwendig
- Wenig Schatten, hohe Sonnenbrandgefahr